Freitag, 5. Februar 2010

Paco Fölser: "Es lockt die WM - das wäre noch ein Traum!"


credit: Silvio Ferrari

Seit Montagmittag ist Patrick Fölser wieder in Düsseldorf und steht im Training von Handball-Bundesligist HSG. Nach der erfolgreichen Europameisterschaft im eigenen Land will der Kreisläufer nun mit den Blau-Gelben den Klassenerhalt realisieren. Am Sonntagnachmittag gastiert der Österreicher mit der HSG Düsseldorf beim Tabellenletzten GWD Minden (17 Uhr, Kampa-Halle Minden). Mit HSG-Pressesprecher Markus Hausdorf sprach Patrick Fölser aber nicht nur über das Duell in Minden sondern auch über die Handball-EM.

Mit einem 9. Platz habt ihr die EM 2010 im eigenen Land beendet. Welches Fazit ziehst Du sportlich?
Sportlich gesehen war diese EM ein Meilenstein für den österreichischen Handball. Wir hatten in allen Spielen unsere Chancen und sind als wirklich verschworene Einheit aufgetreten.

Was war Euer großes Erfolgsgeheimnis? Und welchen Anteil hatte Coach Dagur Sigurdsson, der für das Projekt "Heim-EM" verpflichtet wurde?
Ich denke unser größter Trumpf war unser Glaube, das wir es schaffen können, auch wenn uns das viele nicht zugetraut haben. Wir hatten einen sagenhaften Teamgeist und ein sensationelles Publikum, das uns immer weiter nach vorne getrieben hat. Zu Dagur kann man nur sagen das er der perfekte Mann für uns war und ist. Er hat uns auf jeden Gegner perfekt vorbereitet und hat der Mannschaft diese Siegermentalität eingeimpft.

Welche Eindrücke nimmst Du von der Heim-Europameisterschaft mit?
Es war eine perfekt organisierte Veranstaltung. Die Zuschauer waren begeistert, die Hallen fast immer brechend voll. Es war wirklich ein einmaliges Erlebnis bei einer Heim-Europameisterschaft teilzunehmen.

Mit Eurem Einzug in die Hauptrunde durch den Sieg über Serbien im letzten Vorrundenspiel wuchs die Euphorie in Österreich noch einmal – welche Auswirkungen wird dieses Turnier für den Handball in Österreich aus Deiner Sicht haben?
Die Begeisterung war überragend und das Feedback enorm. Nun liegt es an den einzelnen Landesverbänden und natürlich auch am ÖHB diese positive Stimmung  zu nutzen. Aber ich denke sie haben aus den Fehlern der vergangenen Zeit gelernt und werden alles daran setzen das diese Euphorie und die Begeisterung für Handball noch lange anhält.

Du spielst nun bereits seit 14 Jahren in der ÖHB-Auswahl, die EM im eigenen Land war Dein erstes großes Turnier. Wird man Dich auch weiterhin in der Nationalmannschaft sehen und welche Ziele hast Du noch?
Ich habe gesagt ich denke nach der EM in Ruhe darüber nach. Aber ich habe für mich schon nach dem Sieg über Russland beschlossen weiterzumachen. Es lockt  die WM und das wäre natürlich noch ein Traum, den ich mir gerne erfüllen würde.

Was war Dein persönliches Highlight bei dieser Europameisterschaft?
Es gab mehrere Highlights, aber der Startschuss für die Euphorie und die gute Stimmung war bestimmt das Unentschieden gegen Island. 3 Tore in 55 Sekunden aufzuholen war schon ein kleines Wunder. Aber auch die Spiele gegen Serbien und Russland waren alles Erlebnisse, die ich nicht missen möchte.

Sonntag geht es in der TOYOTA Handball-Bundesliga weiter. Dann triffst Du mit der HSG Düsseldorf bei GWD Minden an. Was wirst Du von der EM in den Liga-Alltag mitnehmen?
Ich habe in den letzten zwei Wochen schöne Dinge erlebt und ich möchte mich natürlich sofort wieder voll in den Dienst der Mannschaft stellen. das Turnier ist vorbei und jetzt wartet eine sehr spannende und interessante Rückrunde, auf die ich mich schon freue.

Welche Ziele verfolgst Du mit der HSG in den verbleibenden 16 Spielen?
Ich will die nötigen Punkte für den Erhalt der Klasse einfahren, egal wie und wann. Aber am Ende müssen wir es schaffen erstklassig zu bleiben.
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